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Vier Vereine feierten in Seeshaupt Jubiläum – und das zusammen, unter dem Motto „Ein Dorf feiert 230 Jahre“


Was kommt heraus, wenn vier Vereine ein Jubiläum feiern und dabei an einem Strang ziehen? Offenbar etwas Gutes, wie man am Wochenende in Seeshaupt erleben konnte. Stimmung und Resonanz bei den Festtagen „Ein Dorf feiert 230 Jahre“ waren laut den Organisatoren jedenfalls hervorragend.Sabine Pirk von der „Dorfbühne“ strahlte gestern schon vor Beginn des feierlichen Kirchenzugs über das ganze Gesicht: „Es war ein tolles Miteinander und es hat großen Spaß gemacht. Beim Musik-Kabarett „Knedl & Kraut“ waren wir sogar ausverkauft“, resümierte die Mitorganisatorin von „Ein Dorf feiert 230 Jahre“. Auch die Rahmenbedingungen haben gepasst – angefangen vom Wetter bis hin zu den Festzeichenverkäuferinnen, die am Sonntag hartnäckig, aber charmant ihre Holzsticker anboten. Die Jubiläumsfeierlichkeiten des Trachtenvereins „Würmseer Seeshaupt-St. Heinrich (100 Jahre), der Fußballabteilung des FC Seeshaupt (90 Jahre), der Dorfbühne (30 Jahre) und des Burschenvereins (zehn Jahre) zusammenzulegen, war also genau die richtige Entscheidung: „Für einen Verein alleine wird es heutzutage immer schwieriger, ein Bierzelt voll zu bekommen. Und mit vier Vereinen hatte das Fest einen familiären Dorfrahmen“, so Pirk. Auch Bürgermeister Michael Bernwieser zog ein positives Fazit:„Es waren schöne drei Feiernächte. Wir können in Seeshaupt stolz auf unser Vereinsleben sein.“

Farbenprächtiger Kirchenzug und Freiluftgottesdienst waren Höhepunkte des Festes


Höhepunkt der Feierlichkeiten war gestern Vormittag der farbenprächtige Kirchenzug und der anschließende Freiluftgottesdienst am Dampfersteg, den Pfarrer Mladen Znahor gemeinsam mit seiner evangelischen Amtskollegin Sandra Gassert hielt. Znahor verglich das moderne Leben samt seinen negativen Begleiterscheinungen wie Berufs- und Terminstress mit einem zu voll gepackten „Urlaubskoffer“. Angesichts der Hektik des Alltags stelle sich die Frage, ob das Menschsein dabei nicht auf der Strecke bleiben würde. Auf der Suche nach Frieden und Geborgenheit, so Znahor, seien gerade Vereine eine wichtige Anlaufstelle. „Sie bieten Ausgleich und ein Gegengewicht zum Alltag. Viele Leute sagen: ‘Im Verein, da bin ich ein Mensch‘.“ Auch würden in Vereinen finanzielle und soziale Unterschiede: „Es geht um den Geist der Gemeinschaft“, betonte Znahor.Nach dem Gottesdienst ging es im Festzug zurück ins Bierzelt hinter dem Feuerwehrhaus. Neben zahlreichen Fahnen- und Vereinsabordnungen marschiertem auch die Nachwuchskicker des FC Seeshaupt mit. Für die erste Herrenmannschaft war am Vortag beim Musikkabarett bereits um Mitternacht Zapfenstreich. Fußballerchef Thomas Fetzer ordnete Bettruhe und Ausschlafen bis Sonntag-Morgen um acht Uhr an. Am Nachmittag war schließlich Abstiegskampf beim Lokalderby gegen den TSV Weilheim angesagt. „Ganz klar wir holen einen Dreier – und dann bauen wir am Abend in Ruhe das Festzelt ab“, prognostizierte Fetzer. Der Optimismus war begründet: Die FC-Kicker gewannen in Weilheim……!. Für die Seeshaupter also ein rundum gelungenes Wochenende.

Quelle: merkur.de | Bernhard Jepsen